Ein modernes Zuhause für die Geschichte der Kelten und Römer

Die Außenansicht des Kelten Römer Museum Manching

Die Beschriftung zeigt unübersehbar, um was es im Museum geht. Foto: Hendrik Schwartz

Außen modern, innen mehr als 2000 Jahre Geschichte: Im Kelten Römer Museum Manching bei Ingolstadt stoßen Gegenwart und Vergangenheit aufeinander. Und das nicht nur in historischer, sondern auch in architektonischer Hinsicht.

Während man in der umfangreichen und informativen Ausstellung unter anderem erfährt, wie die Kelten ihre Häuser bauten (mit viel Holz), entdeckt man im und am Museumsgebäude selbst, was moderne Architektur kann. Fischer Architekten aus München haben einen schlicht geformten Bau entworfen, der mit Beton und Glas einen klaren Kontrast zum Ausstellungsthema setzt. Dabei thront das Obergeschoss mit der Hauptausstellungsfläche wie eine überdimensionale Glas-Vitrine auf einem zum Teil offenen Betonsockel. Zu erreichen ist der Eingang im Obergeschoss nur über einen rund 80 Meter langen Steg – wer das Museum besucht, überwindet auf dem Weg zum Eingang symbolisch nicht nur viel Raum, sondern auch viel Zeit. Doch der Steg hat auch eine praktische Funktion: Denn das Museum liegt zwischen Paar und Augraben, der Steg führt über die Flutmulde.

In der Dauerausstellung des Kelten Römer Museum Manching

Schlichte Formen, zurückhaltende Materialien: Im Museum spielen die Exponate die Hauptrolle. Foto: Hendrik Schwartz

Im Museum lenkt nichts von den Exponaten ab – auch wenn architekturinteressierten Besuchen natürlich auffällt, wie durchdacht und modern die die Räume gestaltet sind. Raumhohe Verglasung auf der einen Seite, dazu Zementestrich: Schlichte und zeitlose Gestaltung schafft eine perfekte Kulisse für die Exponate aus der Vergangenheit. Geschirr und Waffen, Münzen und Schmuck, Knochen und Werkzeuge werden in Hängevitrinen präsentiert; auch in den Boden sind Vitrinen eingelassen, und in einem schneckenförmigen Raum-im-Raum präsentiert sich geheimnisvoll der Goldschatz.

Besondern eindrucksvoll ist die Römerausstellung im Sockelgeschoss: In einem weiten und hellen Raum befinden sich Schiffswracks, die ganz in der Nähe gefunden wurden. 1986 entdeckte man die hervorragend erhaltenen römischen Militärschiffe aus der Zeit um 100/110 nach Christus in einem trockenen Flussbett. Sie stammen aus der Zeit, als sich in Manching ein römisches Kastell für mehrere hundert Soldaten befand.

Römerausstellung mit Schiffswracks des Kelten Römer Museum Manching

Die beiden Schiffswracks wurden 1986 in einem trockenen Flussbett entdeckt. Foto: Hendrik Schwartz

Die Blütezeiten der Keltenstadt waren da schon längst vorbei. Mehr als 2000 Jahre ist es her, dass Manching ein Oppidum mit 5000 bis 10.000 Bewohnern darstellte, mit fortschrittlichem Handwerk, florierendem Handel und sogar einem Hafen. Was wohl noch alles in dem Boden rund um das Museum liegen mag? Nur etwa sieben Prozent der Keltenstadt sind bisher ausgegraben. Entdeckt wurden das spannende Erbe der Kelten und Römer vor allem deshalb, weil in Manching ein Militärflughafen in den 1930er gebaut und seitdem immer wieder erweitert wurde. Während in den 1930er Jahren große Teile der ursprünglichen Keltenstadt zerstört wurden, bestand man später darauf, dass vor Baumaßnahmen erst die Archäologen die historischen Spuren sichern dürfen.

Das 2006 eröffnete Museum erzählt die Geschichten aus keltischer und römischer Zeit spannend und in einem ansprechenden Rahmen. Auch wer sich nicht für Architektur interessiert, ist in dem architektonisch beeindruckendem Museum gut aufgehoben. Das Museum liegt übrigens verkehrsgünstig nahe der Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg. Auch für einen Zwischenstopp auf einer längeren Autofahrt ist es somit perfekt geeignet – von der Ausfahrt Manching ist es in nur fünf Minuten zu erreichen, Parkplätze sind ausreichend vorhanden.

Weitere Informationen zum Kelten Römer Museum Manching gibt es unter www.museum-manching.de.

Altstadt Vienna: Kein Hotel für eine Nacht

Blick in ein von Matteo Thun gestaltetes Hotelzimmer

Gleich acht Zimmer im Altstadt Vienna wurden von Matteo Thun gestaltet. Er hat sich beim Design auf eine Zeitreise ins frühe 20. Jahrhundert begeben.

Architekturfans MÜSSEN dieses Hotel mehrmals besuchen. Denn schließlich kann man immer nur in einem Zimmer schlafen. Zum Beispiel in dem von Matteo Thun. Beim nächsten Hotelaufenthalt könnte man sich dann in das Atelierzimmer von Gabriel Kacerovsky einbuchen. Und beim dritten Mal in die Josef-Frank-Suite von Svenskt Tenn. Aber selbst nach drei Besuchen ist ein aufmerksamer Gast im Hotel Altstadt Vienna noch lange nicht damit fertig, all die Architektur- und Designdetails zu entdecken, die das Hotel so einzigartig machen. Gerade sind wieder vier neue Zimmer dazugekommen.

In rund 60 Zimmern auf fünf Etagen haben Gäste des Vier-Sterne-Boutiquehotels Altstadt Vienna mittlerweile die Gelegenheit, Kunst, Design und Architektur zu entdecken. In ganz Wien gibt es vermutlich nichts Vergleichbares: Das 1902 erbaute und nach und nach umgestaltete Wohnhaus im siebten Wiener Bezirk am Spittelberg ist genau so spannend wie ein Architektur- und Designmuseum (oder noch spannender – in einem Museum darf man schließlich nicht wohnen). Inhaber Otto E. Wiesenthal sammelt nicht nur Kunst, er „sammelt“ auch Design und Architektur. Immer wieder lädt er Architekten, Designer und Künstler dazu ein, ein oder mehrere Hotelzimmer zu gestalten.

Frei stehende Badewanne im Hotel Altstadt Vienna

Eine frei stehende Wanne gehört zur Suite, die Matteo Thun gestaltet hat.

Vorgaben gibt es kaum – einzig das Wiener Lebensgefühl muss in dem Zimmer spürbar werden. 2006 hat der Südtiroler Stararchitekt und Designer Matteo Thun dies kreativ umgesetzt. Acht Zimmer und eine Suite hat er im Stil des frühen 20. Jahrhundert gestaltet. Parkett aus gebeizter Eiche, pompöse Kronleuchter, Tapeten mit Damastmuster und rotes Samtmobiliar spiegeln den damaligen Zeitgeist wider. Einige Möbel wie zum Beispiel der Schreibtisch wurden von der österreichischen Möbelwerkstätte Wittmann nach Zeichnungen von Matteo Thun entworfen. Mit großformatigen Aktfotografien wird an Josefine Mutzenbacher, Wiens berühmteste Dirne, erinnert. In das schwarze Wandmosaik eingearbeitete Swarovski-Steine verleihen den Badezimmern das gewisse Etwas.

Hotelzimmer gestaltet von Polka

Im Hotelzimmer des Wiener Designduos POLKA dominieren elegante Hell-Dunkel-Kontraste.

Ganz andere Ansätze verfolgen dagegen die beiden Zimmer des Wiener Designduos POLKA: eines elegant im Hell-Dunkel-Kontrast, das andere mit vielen Anspielungen zum Thema „Naschen“. Von Retrochic hat sich wiederum Modedesignerin Lena Hoschek bei der Gestaltung einer Suite inspirieren lassen, von orientalischen Elementen der Modedesigner Atil Kutoglu. Auch ein Architektenteam rund um Gabriel Kacerovsky sowie Starstylist Andi Lackner haben sich im Altstadt Vienna ausgetobt, ebenso die Innenarchitekten von Svenskt Tenn. Diese haben eine Suite dem Andenken an den Designpionier Josef Frank gewidmet. Mutige Muster und mutige Möbel mischen sich zu einer fröhlichen Atmosphäre.

Die vier aktuellen Neuzugänge sind Zimmer von Lilli Hollein, Gregor Eichinger, Adolf Krischanitz und Roland Nemetz. Natürlich hat auch von ihnen jeder ganz eigene Akzente gesetzt. Selbst entworfene Teppiche und Einzelstücke wie Stühle und Bänke sorgen für eine persönliche Note. Bei der Einrichtung griffen die Architektur- und Designexperten auch auf Möbel und Accessoires aus Wiener Manufakturen, Fundstücke von Antiquitätenmärkten der Stadt und Bilder von Wiener Künstlern und Fotografen zurück.

Hotelzimmer gestaltet von Agil Kutoglu

Modedesigner Agil Kutoglu hat sich von orientalischen Einflüssen inspirieren lassen.

Zeitlose Eleganz versprüht das Zimmer 64, das Adolf Krischanitz gestaltet hat. Praktische Schränke, ein hohes Maß an Funktionalität und bequeme Sitzmöbel sind für den in Schwarzach im Pongau geborenen Möbeldesigner und Architekten essenziell. Ein künstlerisches Highlight ist die Wandgestaltung. „Ein junger Künstler hat eine Blumenwiese gezeichnet und dieses Kunstwerk in eine Tapete übersetzt. Dafür wurde es um ein Vielfaches vergrößert. Gegenüber liegt die Holzwand aus Ast-Eiche, die im Gegensatz zu der künstlerischen Auffassung der Blumenwiese ein echtes Naturprodukt ist. So entsteht eine zweifache Definition von Natur“, erklärt Adolf Krischanitz. Einen interessanten Einblick in das Zimmer und in die Gestaltungsideen liefert der „Hotel Talk“ zu diesem Zimmer auf Youtube.

Die Atmosphäre eines Theatersaals erlebt der Gast im Zimmer 65, gestaltet von Roland Nemetz. Auch dieses ist in einem Hotel-Talk-Video in allen Einzelheiten zu sehen. Dunkle Holzelemente, Grautöne und Akzente in Rot dominieren die Farbgebung. „Einer der ersten Schritte war, über das Zimmer an sich und dessen Charakter nachzudenken. Als wir entdeckten, dass das Zimmer über den Nebenräumen des Off-Theaters liegt, war uns klar, was entstehen würde: eine Theater-Suite“, erzählt der österreichische Architekt. Dabei ist fast jedes Stück aus Wien – eine Melange aus traditionellen Möbeln der Nachkriegs-Moderne, die Nemetz bewusst aber auch zufällig gefunden hat. So stammen der Kleeblatttisch von einem Antiquitätenhändler, das Parkett aus der Wiener Stadthalle und die Lehnstühle und die Bank, die zuvor im Café Ritter waren, von dem Architekten Roland Rainer. Rote schwere Vorhänge und Leuchten eines Schminktischs betonen die Theater-Komponente, und Bilder von bekannten Schauspielern aus Wien geben den letzten Schliff.

Hotelzimmer gestaltet von Lena Hoschek

Retrochic ist das Motto im Hotelzimmer von Lena Hoschek.

Der perfekte Wohnraum für Cineasten ist das Zimmer des Architekten Gregor Eichinger, Zimmernummer 66. Vom Bett aus blicken Gäste wie in Hitchcocks Film „Fenster zum Hof“ durch das große Fenster in die Stadt hinaus und sind so stets mit Wien verbunden. Auf einer Leinwand können Eichingers Lieblingsfilme angesehen werden. Seine Gedanken zur Zimmergestaltung erklärt Gregor Eichinger ebenfalls in einem „Hotel Talk“, aufgenommen im entsprechenden Hotelzimmer.

Und wieder ganz anders ist Zimmer 67: Bei ihrem ersten Interior-Design-Projekt legte Lilli Hollein Wert darauf, die österreichische Design-Szene in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig ihre persönliche Note in den Raum zu bringen. Mit ihrem Mann Markus Eiblmayr entschied sich die Direktorin der Vienna Design Week für eine graue Wolkentapete von Cole and Son. „Vielleicht hat es etwas zutiefst Wienerisches einen grauen Wolkenhimmel als Thema zu wählen. Böse Zungen behaupten in Wien ist es zehn Monate lang Winter und zwei Monate lang kalt. Hier ist der Gast stets der sonnige Protagonist und bringt immer etwas Positives mit“, erklärt Lilli Hollein. Den Kontrast dazu bildet ein bunter, eigens für das Altstadt Vienna entworfener Teppich. Durch Elemente wie beispielsweise Stehleuchten von der Werkstätte Carl Auböck, Fliesen von Karak und Stühlen von Marco Dessi wird das Zimmer eine Bühne für österreichische Design- und Handwerkskunst. Auch hierzu gibt es ein Youtube-Video.

Blick in Hotelzimmer in Gelb und Blau gehalten

Eine Suite, die an Designpionier Josef Frank erinnert, haben die Innenarchitekten von Sventskt Tenn entworfen.

Dass die Zimmergestaltung durch bekannte Architekten und Designer kein Marketingtrick ist, sondern jeder Raum wirklich die Handschrift seines „Schöpfers“ trägt, bestätig Roland Nemetz: „Otto Wiesenthal ist ein sehr angenehmer Auftraggeber, wie es nur wenige gibt. Wenn man ihn fragt, ob man das so machen darf, sagt er: Du bist der Architekt, du musst das entscheiden.“ Es ist also tatsächlich so: Will man einem bestimmten Architekten sehr nahe kommen, dann reserviert man am besten gleich das von ihm gestaltete Zimmer im Altstadt Vienna. Die Übernachtungspreise starten bei 94 Euro für ein Einzelzimmer, wer mag, kann aber auch mehrere hundert Euro für eine Suite ausgeben. Welches Zimmer für den Erstbesuch das richtige ist, dazu berät das Team vom Altstadt Vienna gerne.

Urbanes Flair für einen Vierseithof im Bayerischen Wald

Blick in das Ferienapartment Moosham 13

Weiß, Schwarz und rohes Holz bilden den Rahmen für die modernen Ferienwohnungen. Foto: Bernd Vordermeier

Man nehme ein Gebäude mit Geschichte und Charme. Hauche ihm neues Leben ein, ohne dabei seinen Charakter zu zerstören. Und stelle moderne Architektur gleichberechtigt daneben, um nicht nur der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart (und sogar der Zukunft) Raum zu gewähren.

Das ist für mich das Rezept für spannende Architektur. Wenn es irgendwo ein altes Haus zu sehen gibt, das mit architektonischem Feingefühl und Kreativität saniert und neugestaltet wurde, dann bin ich auf jeden Fall zur Stelle. Kein Weg ist da zu weit – auch der nicht nach Moosham bei Grafenau. Bei den Architektouren konnte dort nämlich ein renovierter und umgebauter Vierseithof besichtigt werden. Name des Projekts: „Moosham 13“.

In siebter Generation auf dem Hof

Nordfassade des Projekts Moosham 13

Moderne Fassade neben traditioneller Fassade: Die klaren Formen teilen beide. Foto: Bernd Vordermeier

„Neue Strukturen für die nächste Generation“, so haben Architekt Bernd Vordermeier und die Bauherren Verena Windorfer-Bogner und Reinhold Windorfer ihr Projekt im Booklet der Architektouren 2017 beschrieben. Und tatsächlich führen die beiden den Vierseithof mit Wohnhaus, Stall- und Nebengebäuden sowie einem denkmalgeschützten Brotbackofen bereits in siebter Generation. Da gibt es viel, was zu erhalten ist. Und ebenso vieles, was einer zeitgemäßen Nutzung angepasst werden muss. Im Fall des um 1840 erbauten Wohnhauses haben sich die Bauherren entschieden, durch eine Sanierung verschiedenste Zwecke zu vereinen: Fünf separate Einheiten jetzt bieten Platz für die Wohnung der Bauherren, den Wohnbereich der Eltern, zwei Gästeapartments sowie ein Büro.

Zwei ganz besonders Ferienapartments

Innenraum des Ferienapartments Moosham 13 bei Grafenau

In dem hellen, wohnlichen Apartment befindet sich unter anderem das Bad in einer in die Raummitte gesetzen Box. Foto: Bernd Vordermeier

Bäuerlicher, traditioneller Charakter und moderner reduzierter Architekturstil verbinden sich dabei zu einem wunderschönen, durchdachten und wohnlichen Zuhause – dauerhaft für die Familie Windorfer, auf Zeit für die Urlauber in den Ferienapartments. So schön wohnt man im Bayerischen Wald sicherlich nur in sehr wenigen Ferienunterkünften. Seit 1. Juli 2017 sind die Apartements von „Moosham 13“ zu mieten. Und wenn es nicht ziemlich unsinnig wäre, sich als Passauer eine Ferienwohnung in Grafenau zu nehmen, hätte ich am liebsten sofort nach einem freien Termin gefragt.

Spannende Architektur versprechen die Apartments schon von außen. Da streckt sich neben der traditionellen Hausfassade eine schmale, weiße Front nach oben. Zwei große hochformatige Fensteröffnungen wirken mit ihrem schmalen Rahmen wie aufgesetzt, die Holzhaustür clean und robust, ebenso wie die Treppe aus schwarzem Stahl. Drinnen setzt sich der einerseits natürlich-bodenständige, andererseits geradlinige und minimalistische Look fort. Die Apartments bestechen durch reduzierte Optik: die Wände und Decken weiß; Böden, Türen und Verkleidungen aus rohem Holz; dazu schwarze Einbauten. Die Bäder sind als Boxen im Raum gestaltet, unterteilen so die Wohnbereiche und stehlen dabei aber nicht den alten Gemäuern, sichtbar beispielsweise an manchen tiefen Fensteröffnungen, die Schau. Da steckt architektonischer Einfallsreichtum drin, Feingefühl für Wohnatmosphäre – und viel, viel Leidenschaft und Begeisterung für die Räume. Man spürt, dass Architekt Bernd Vordermeier und die Bauherren diese Begeisterung teilen.

Holzdielen aus dem eigenen Wald

Treppenhaus des Projekts Moosham 13 bei Grafenau

Das Treppenhaus alleine ist schon ein Kunstwerk und verbindet nicht nur symbolisch Alt und Neu. Foto: Bernd Vordermeier

So sind beispielsweise die Holzböden echte Handarbeit. Aus dem eigenen Wald stammt das Holz, das die Bauherren selbst mit semi-professioneller Ausrüstung zu Dielenbrettern und schließlich Böden ihrer Ferienapartments verarbeitet haben. Und unbehandelt gelassen haben. Die Haptik ist einmalig – und der Geruch nach frischem Holz ebenfalls.

Eine moderne und dennoch schlichte Holztreppe führt von den beiden Etagen mit den Ferienwohnungen bis hinauf ins Dachgeschoss. Dort, direkt unterm Giebel, luftig und hell, liegt die Wohnung der Bauherren. Sicherlich nicht das, was man sich unter einem traditionellen Zuhause auf dem Bauernhof vorstellt – eher mit urbanem Flair, aber gleichzeitig mit der bodenständigen Atmosphäre des gesamten Projekts. Und mit angenehmem Wohnklima: Dafür sorgen beispielsweise die mit Scheitholz befeuerte Temperierheizung, Naturkalkputze und ökologische Baustoffe.

So flexibel wie schön – das Konzept der Apartments

Küche der Ferienwohnung Moosham 13

Die Ferienwohnung besitzt eine Küche, die Suite nicht. Gemütlich ist es aber in beiden.

Höchsten Ansprüchen an Architektur und Wohnlichkeit werden die Apartments auf jeden Fall gerecht – und darüber hinaus auch vielfältigen Ansprüchen an die Nutzung. Eine Person, zwei Personen, drei, vier oder ein ganzer Freundeskreis, vielleicht zwei befreundete Familien? Weil sich die beiden Einheiten clever kombinieren lassen, sind alle gut untergebracht in Moosham 13. Während die Ferienwohnung eine Küche besitzt, haben die Bauherren in der zweiten Einheit darauf verzichtet. „Suite“ nennen sie das Apartment ohne Küche, das für alle diejenigen praktisch ist, die nur kurz (oder vielleicht geschäftlich) im Bayerischen Wald unterwegs sind und denen Kühlschrank und Kaffeemaschine reichen. Die Betten lassen sich in beiden Apartments leicht vom Doppelbett zu zwei Einzelbetten verwandeln. Und die Couch ist jeweils auch als Schlafcouch nutzbar. „Für Familien, die gerne mehr Platz zur Verfügung hätten, oder Gruppen von Freunden bietet sich eine gemeinsame Buchung von Ferienwohnung und Suite an, hier hat man dann – nur durch das Treppenhaus getrennt – 80 Quadratemter zur Verfügung. Dann kann beispielsweise die Ferienwohnung als Aufenthaltsbereich genutzt werden und die Suite als Schlafbereich“, erklärt Verena Windorfer-Bogner das flexible Nutzungskonzept. Eine Gruppe von bis zu neun Personen kann so in Moosham 13 unterkommen.

Das wäre also ideal für einen Bayerwald-Urlaub mit meinen Schwestern und ihren Familien. Also ich glaube, ich finde schon noch einen Grund, mich in Moosham 13 einzumieten…

 

 

Altes und Neues harmoniert am Inn

Passau Innpromenade

Zwei Projekte der Architektouren 2017 liegen an der Passauer Innpromenade – und könnten unterschiedlicher kaum sein. Foto: Hendrik Schwartz

Als 2013 die Altstadt von Passau in den Fluten von Inn und Donau unterging, wurde so manches Gebäude zerstört. Aus menschlicher Sicht eine Katastrophe, aus architektonischer Sicht aber oftmals auch eine Chance. Bei den Architektouren 2017 der Bayerischen Architektenkammer am letzten Juni-Wochenende konnten in Passau zwei Projekte besichtigt werden, die es ohne das Hochwasser so nicht gegeben hätte. Ansonsten könnten die Projekte unterschiedlicher nicht sein: eines setzt auf Sanierung und alte Vorbilder, das andere auf Modernes, das sich vom Dagewesenen abhebt und dennoch harmoniert.

Unumstritten: Charmante Cafébar hinter alten Mauern

Innenraum Café Il Nostro in Passau

Ein schmaler Raum, an dessen rechter Wand sich eine Holzbank entlangschlängelt: das Café Il Nostro. Foto: Hendrik Schwartz

Es ist „wenig dran“ an diesem Gebäude am Innbrückbogen: etwa 30 Zentimeter dickes Mauerwerk auf der Innseite mit kleinen, doppelten Flügelfenstern; und nochmal rund 30 Zentimeter Mauerwerk zur Straße hin, unterbrochen von Türen und Fenstertüren. Drinnen ein schmaler Raum, der sich hin zum Innbrücktor schlängelt. Im wahrsten Sinne des Wortes: Gerade Wände und einen rechtwinkligen Grundriss findet man hier nicht. Dafür eine elegante durchgängige Sitzbank aus Holz, die dem geschwungenen Wandverlauf folgt. Dazu schlichte Tische – fertig ist der Gastraum, der durch die Kastenfenster hin zu Inn und die Türen zur Straße erstaunlich hell wirkt. Theke und Küche drängen sich an eine Schmalseite, an der anderern wendelt sich eine moderne Stahltreppe nach oben zu den Toiletten. Und zu einer kleinen Wohnung, dessen schnörkellose und durchdachte Einrichtung man auf der Internetseite des Architekturbüros Andreas Schmöller sehen kann.

Fassade Café Il Nostro

Die rechteckigen Vertiefungen über den Türbögen gehören zur historischen Ansicht der Fassade. Sie sind aber nicht alle wirklich vorhanden. Foto: Hendrik Schwartz

So klein und unkompliziert das Café von innen erscheint, so groß und spannungsreich ist die Historie des Gebäudes, das direkt am Brückenkopf der alten Innbrücke liegt. Einige Passauer erinnern sich sicherlich auch noch an die Zeiten, als in dem schmalen Gebäude gleich mehrere winzige Geschäfte, darunter ein Uhrmacher, untergebracht waren. Wie klein die Läden waren, erkennt man an den Fenstertüren des Cafés – sie ersetzen die früheren Ladentüren. Widerstandsfähiges Eichenholz und Einbauten, die sich schnell entfernen lassen, sollen einem möglichen künftigen Hochwasser trotzen. Denn eine so umfassende Renovierung, wie sie nach 2013 notwendig war, als der Unterbau des Gebäudes unterspült war, möchte man dem Gebäude nicht noch einmal zumuten. Und schließlich ist es nun auch wieder in einem Zustand, der auch dem Denkmalschutz zusagt – wenn auch mit Tricksereien: Um die sowieso schon dünnen Mauern nicht noch weiter zu verschlanken, hat man beispielsweise die fehlenden Vertiefungen über den Türbögen nicht nachgeformt, sondern als Illusionsmalerei aufgebracht. Wer nicht darauf hingewiesen wird, dem fällt das auch nicht auf. Auf den ersten Blick ist bei dem Café am Innbrückbogen alles so, wie es in alten Zeiten war. Nur viel schöner – wie es für dieses privilegierte Plätzchen in Passau angebracht ist.

Umstritten: Altstadt-Kindergarten auf Stelzen

Blick auf die Innseite der Altstadt Passaus

Wer nicht weiß, wo sich der Neubau des Altstadt-Kindergartens befindet, dem wird das moderne Gebäude kaum auffallen. Das Stadtbild stört der Bau jedenfalls nicht. Foto: Hendrik Schwartz

Nur wenige hundert Meter weiter befindet sich ein ebenso privilegierter Platz zum Wohnen und Leben. Hier genießen seit Jahrzehnten die kleinsten Altstadtbewohner Ausblick und Lage. Doch gegen das Hochwasser 2013 hatte das Gebäude des Altstadt-Kindergartens St. Stephan keine Chance: Der Siebziger-Jahre-Bau musste abgerissen werden. Doch was dann? Möglichkeit Nummer 1: Neubau im Stil des alten Kindergartens. Wäre dann aber genauso hochwassergefährdet – und so schön war der Siebziger-Jahre-Bau auch nicht, dass man ihn sich zurückwünschen würde. Möglichkeit Nummer 2: etwas Neues hinbauen. Die Fehler des Vorgängerbaus vermeiden (besserer Hochwasserschutz) und auch optisch was Neues bieten. Möglichkeit Nummer 3: gar nichts hinbauen – dann würde die Altstadtkulisse besser wirken können. Diese dritte Alternative kam allerdings für den Architekten Walter Schwetz, das Kindergartenpersonal und die Bauherren nicht in Frage. Man habe überlegt, wem die Stadt, wem dieser Platz gehöre. Und sei zu dem Ergebnis gekommen: Natürlich haben auch die Kinder Anrecht auf ihren Raum in einer Stadt. Und auf gute Architektur sowieso. Wer den Kindergarten besichtigt, wird bestätigen können, dass für die Kleinen ein großartiges Umfeld geschaffen wurde: helle Räume mit viel Holz, große Fensteröffnungen, wunderbare Ausblicke auf den Inn und auf Mariahilf, praktische Infrastruktur und hochwertiges Design.

Was von innen überzeugt, ist von außen immer noch einiger Kritik ausgesetzt. Um künftig Hochwasserschäden zu vermeiden, steht der Kindergarten-Bau auf Stelzen. Natürlich verdeckt er so etwas mehr Fassadenfläche des dahinterliegenden historischen Stadtbildes als zuvor. Doch gegen das riesige Kirchengebäude von St. Michael wirkt der Kindergarten immer noch winzig. Die Kindergartenkinder profitieren von dem Stelzenbau: Zu ihrem Garten haben sie so eine überdachte Freifläche dazugewonnen – mehr Platz zum Spielen und Toben, und das selbst, wenn das Wetter mal nicht ganz mitmacht. Die Fassade aus vorvergrautem Tannenholz ist ebenfalls Anlass für Kritik: zu modern, nicht kompatibel mit den historischen Bauten. Glücklicherweise hat sich der Entwurf von Architekt Walter Schwetz aber durchgesetzt: Wer heute von der Innstadt auf die Bebauung entlang der Innpromenade schaut, dem wird der Kindergarten nicht negativ auffallen. Die Holzfassade hält sich dezent zurück, wirkt bei genauerem Hinsehen trotzdem modern, ohne sich aufzudrängen. Und die Kinder genießen die beste Architektur, die sie an dieser Stelle bekommen konnten. Dafür müssen sie das architektonische Konzept nicht verstehen – in ausgezeichneter Architektur fühlt man sich wohl, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Eine Frage der Perspektive

rotes Haus

Wer den richtigen Blickwinkel wählt, erkennt die Fassade eines Hauses. Foto: Hendrik Schwartz

Was haben denn die komischen roten und verspiegelten Würfel auf Pfosten mit Baukultur zu tun? Das fragen sich vermutlich so einige Besucher der Gartenschau Natur in Pfaffenhofen a. d. Ilm. Herausfinden wird das nur, wer den Anweisungen folgt und einen bestimmten Blickwinkel einnimmt. Dann nämlich entsteht aus den seltsamen dreidimensionalen Formen ein Haus. Und erinnert daran: Es ist alles eine Frage der Perspektive!

Geometrische Körper auf Pfosten

Auf den ersten Blick: ein Durcheinander aus geometrischen Formen. Foto: Hendrik Schwartz

Das Land-Art-Projekt auf dem Gelände der Gartenschau neben der Ilm hat das Forum Baukultur im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm konzipiert. Es handelt sich um eine „Anamorphose“, also um ein Bild, das nur unter einem bestimmten Blickwinkel erkennbar ist. Wer durch das vorgegebene Gucklock schaut, für den setzen sich die einzelnen Formen zu einem roten Haus zusammen.

In den meisten Fällen führt dieser Blick aus der richtigen Richtung zu einem Ausruf des Erstaunens. Und im besten Fall nimmt sich der Betrachter Zeit, noch ein bisschen darüber nachzudenken: Welche Teile gehören zu seinem Traumhaus? Welchen Blick hat er aufs Bauen? Und aus wie vielen Perspektiven muss man Architektur betrachten, um zu sehen, wie sie sich in die Umgebung einfügt?

Die Gartenschau in Pfaffenhofen a. d. Ilm ist noch bis 20. August 2017 geöffnet.

Was ist eigentlich Suffizienz?

Suffizienz Ratgeber Leitfaden

Der VPB-Leitfaden „Suffizienz – Zukunftstrend Klasse statt Masse“ gibt Denkanstöße für alle, die nachhaltig bauen und wohnen möchten. Foto: Karin Polz

Ökologisch bauen, nachhaltig bauen – das haben wir schon mal gehört. Aber suffizient bauen? Was hat das nun wieder damit zu tun? Der Verband Privater Bauherren e. V. (VPB) hat einen Leitfaden für Bauherren und Immobilienbesitzer herausgegeben, der sich mit dem Thema Suffizienz befasst. Für alle, die sich schon Gedanken zum Thema Ökologie, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gemacht haben, ist diese 28-seitige Broschüre eine informative Inspirationsquelle.

Bei Suffizienz geht es darum, das richtige Maß zu finden und vorherrschende Komsummuster zu ändern. „Suffizienz bedeutet so viel wie mit dem Nötigsten auszukommen und mit dem Notwendigen zufrieden zu sein“, heißt es im VPB-Leitfaden. Im Hinblick auf das Bauen und Wohnen betrifft die Suffizienz allerdings nicht nur den Verbrauch an Baugrund, Energie und Material, sondern heißt auch, sich beim Planen Gedanken darüber zu machen, welche Auswirkungen das Bauprojekt auf das weitere Leben hat. Wer zum Beispiel weit weg von seiner Arbeitsstätte, von Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten baut, wird später ein Auto benötigen, um den Alltag zu bewältigen. Und auch ein Auto benötigt Rohstoffe und Energie.

Für alle, denen der Gedanke, auf etwas zu verzichten oder sich zu beschränken, keine Angst einjagt, hat der Ratgeber Tipps und Anregungen zur Suffizienz beim Bauen und Wohnen. Insbesondere das Bauen mit einem Architekten wird positiv hervorgehoben – denn natürlich lassen sich da die eigenen Bedürfnisse besser eingrenzen und umsetzen als bei einem Bauträger-Haus, auf dessen Gestaltung man keinen Einfluss nehmen kann. Auch die Themen Nachverdichtung und Baugemeinschaften werden behandelt.

Statt gezielter Vorschläge gibt der Leitfaden jede Menge Denkanstöße. Gerade für diejenigen, die gerade einen Marathon bei Bauunternehmen und Musterhausparks absolvieren, kann die Lektüre sinnvoll sein: Denn während man dort alles präsentiert bekommt, was man „unbedingt“ braucht (und vermutlich irgendwann bei all den positiven Argumenten auch haben will), regt der Leitfaden dazu an, mal nachzudenken, was man eigentlich alles nicht braucht. Und das schont im besten Fall nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Der VPB-Leitfaden „Suffizienz – Zukunftstrend Klasse statt Masse“ kann übrigens im VPB-Shop unter www.vpb.de bestellt werden – gedruckt oder digital. Der Leitfaden kostet 5 Euro plus Versand.

Weniger ist mehr: Was den Bauhausstil den Dörfern der Provence verbindet

Hotel Coquillade Village in der Provence Außenansicht

Natursteinmauern und Fensterläden, das sind typische Elemente des provenzialischen Baustils. Foto: Coquillade Village

Die typischen Bauten der Provence und die Philosophie des Bauhausstils – das hat auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Für die Gäste des Coquillade Village können solche Zusammenhänge aber ganz deutlich werden. Vor allem, wenn sie sich von Hoteldirektor Werner Wunderli erzählen lassen, wie das französische Fünf-Stern-Resort zu seinem heutigen Aussehen kam.

Eineinhalb Autostunden von Marseille entfernt, auf einem Hügel und inmitten eines Weingutes, liegt das Coquillade Village. Das weitläufige Resort im Stil eines typisch provenzalischen Weilers mit einer Fläche von 42 Hektar hat eine dorfähnliche Struktur und umfasst sechs traditionelle Landhäuser, deren älteste Mauern auf das 11. Jahrhundert  zurückgehen, und ein modernes Gebäude aus dem Jahr 2015.

Innenansicht einer Suite des Coquillade Village

Klar, einfach und von bester Qualität: Dieser Grundsatz liegt dem Interior-Design des Fünf-Sterne-Resort zugrunde. Foto: Nikkol

In 63 Zimmern, davon 42 Suiten, können Gäste eine Mischung aus dem traditionellen Stil der Provence und modernem Innendesign erleben. Verantwortlich für diese Mischung zeichnen Carmen und Werner Wunderli, das Schweizer Hoteldirektorenpaar. Beim Um- und Neubau setzten sie auf Architekten und Handwerker aus der Region. Und gestalterisch auf klare Formen, Funktionalität und beste Materialien. Viele Gegenstände wie Möbel, Leuchter oder schmiedeeiserne Elemente stammen unmittelbar von regionalen Handwerkskünstlern. Allerdings eben nicht im typischen Design der Provence, sondern im Bauhausstil, der in Material und Farbe an die Provence angepasst wurde.

Die Architektur der Gegend aus dem 13. bis 17. Jahrhundert in ein modernes Konzept zu integrieren, das machte die Gestaltung des Hotels für Werner Wunderli erst so richtig spannend: „Es war erstaunlich, wie die Einfachheit der Lebensweise der Ur-Einwohner dieser Gegend mit der einfachen Formensprache des Bauhaus-Stils übereinstimmte“, sagt Werner Wunderli. Das „Weniger ist mehr“, das ja in der Bauhaus-Philosophie verankert ist, wurde in dieser Gegend aufgrund der beschränkten finanziellen Möglichkeiten schon gelebt. Mit Erdfarben, Stein und Holz wurden auch die Materialien der Gegend schon immer verwendet – und nun auch bei der Gestaltung des Hotels.

Das Coquillade Village von oben

Das weitläufige Resort mit einer dorfähnlichen Struktur umfasst sechs traditionelle Landhäuser, ein modernes Gebäude, ein Spa & Wellness Center mit einem Innen- und zwei Außenpools. Foto: Jerôme Mondière

Ob die Gäste allerdings den Zusammenhang zwischen traditioneller Architektur und Bauhaus erkennen, das ist für Werner Wunderli zweitrangig. „Derjenige, der kein Spezialist ist, soll sich einfach wohlfühlen, ohne zu analysieren, warum“, wünscht sich der Hoteldirektor. Zu den klaren und einfachen Design-Philosophien der 1920er Jahre hat Werner Wunderli schon als junger Mann gefunden. Er freut sich, dass diese Lebens- und Einrichtungsform nun endlich auch bei den Gästen ankommt. Das war nicht immer der Fall: „Ich habe festgestellt, dass die Kunden bis in die 1990er Jahre nicht bereit waren, sich in diesem Stil wohlzufühlen.“ Dabei hält er diese Form des Sich-Einrichtens für die einzige, die Generationen überdauern kann. „Für mich muss Interior-Design auch in 20 und 50 Jahren noch gültig sein. Man kann Stoffe, Möbel und Farben verändern – aber die Basis wie Wände, Böden, Einbauten müssen Beständigkeit beinhalten. Ein Corbusier-Sessel oder eine Eames-Liege, ein Breuer-Stuhl sind heute noch modernste Möbel – auch wenn sie Klassiker geworden sind“, schwärmt Werner Wunderli. Genauso wie ein Gemäuer aus dem 11. Jahrhundert heute wieder modernen Lifestyle ausstrahlen kann. Wer es selbst erleben will: Die Übernachtungspreise im Coquillade Village beginnen bei 220 Euro für zwei Peronen im Doppelzimmer mit Frühstück.

 

Das kannst du doch nicht machen – Teil 6: Ohne Zaun wohnen

Garten zwischen Straße und Haus

Wo das Grundstück aufhört, ist auch ohne Zaun klar. Im Frühling und Sommer freue ich mich über eine „blühende Grundstücksgrenze“. Foto: Karin Polz

Da spaziere ich heute so durch meinen Garten und plötzlich fällt mir ein: Mist! Bei meiner Serie „Das kannst du doch nicht machen!“ habe ich tatsächlich ein wichtiges Thema vergessen: den Zaun. Wahrscheinlich, weil ich die Serienteile hauptsächlich im Winter geschrieben habe und man da einfach selten draußen ist. Aber jetzt ist wieder Garten-Zeit, und da ist die Frage „Zaun oder nicht Zaun“ durchaus von Bedeutung. Und die Frage passt wirklich perfekt in die Serie. Denn Zäune sind seltsamerweise Bauteile, von denen die meisten denken, sie sind unbedingt notwendig und man könnte nicht ohne sie leben. Tatsächlich ist ein Zaun aber verzichtbar. Jedenfalls in vielen Fällen.

Warum kein Zaun?

Reh im Garten

Das Reh lebt bei uns in der Siedlung „grenzenlos“ und lässt sich auch von Zäunen nicht aufhalten. Foto: Karin Polz

Es gibt keinen Grund, warum ich mein Grundstück einzäunen müsste. Hätte ich einen Hund oder ein Kind, würde ich es mir vielleicht überlegen. Aber ansonsten sehe ich keine Notwendigkeit. Weder hält ein Zaun Einbrecher ab, noch benötige ich ihn als Designelement. Und Sichtschutz bietet er auch nicht. Dafür müsste man schon eine höhere Steinmauer bauen. Wir wohnen in unserer Sackgasse mit den relativ großen Grundstücken so, dass wir uns weder von Nachbarn noch von der Straße abschotten müssten. Der einzige Zaun, den wir ums Grundstück haben, ist derjenige unserer Nachbarn, die vor uns gebaut haben. Da fehlen mittlerweile allerdings auch schon einige Zaunlatten. Und werden nicht erneuert. Anscheinend halten unsere Nachbarn die Abgrenzung zu uns auch nicht für besonders wichtig. Jedenfalls bringt der Zaun für sie auch keine Verbesserung, was die Situation mit unserem Dauer-Garten-Gast, dem Reh, anbelangt. Sowohl bei uns (ohne Zaun) als auch bei unseren Nachbarn (mit Zaun) frisst sich das Reh gerne durch den Garten.

Ist es billiger, auf den Zaun zu verzichten?

Auf jeden Fall. Ein schöner Zaun ist teuer. Je nach Material und Höhe kann so ein Zaun auch mal 200 Euro pro laufendem Meter kosten, zum Beispiel in edlem Metall. Holzlatten- oder Maschendrahtzäune sind da deutlich günstiger, aber unter 30 Euro pro Meter kommt man meist nicht davon. Der Zaun-Ersatz ist bei uns das, was man sowieso hinter dem Zaun pflanzen würde: Sträucher und Hecken, Stauden und Bäumchen. Ohne Zaun haben wir also wirklich bares Geld gespart.

Und aus architektonischer Sicht?

Ein Zaun ist natürlich auch ein architektonisches Element und kann eng mit der Bebauung auf dem Grundstück verknüpft sein. Uns war aber schon am Anfang der Planungen klar, dass wir keinen Zaun haben wollen. Insofern war das bei uns kein Thema. Wer aber definitiv einen auffälligen oder hohen Zaun um sein Grundstück haben möchte, sollte das von Anfang an miteinplanen. Denn nichts sieht unharmonischer aus als ein modernes Architektenhaus, das dann mit einem grünen Maschendraht eingezäunt wird, weil für eine andere Lösung kein Geld mehr übrig ist.

Alternativen zum Gartenzaun

Granitstein und Sträucher neben der Straße

Der Granitstein hat nicht nur einen optischen Grund: Weil es keinen Zaun gab, hielten es einige Autofahrer für okay, durch die Blumenbeete zu fahren oder halb im Garten zu parken. Mit Zaun wäre das natürlich nicht passiert. Foto: Karin Polz

Ein Blick in den Bebauungsplan ist übrigens enorm wichtig, wenn man sich mit dem Thema Zaun beschäftigt. Denn ganz frei kann man hier nicht entscheiden. In vielen Baugebieten ist genau vorgegeben, wie die Einfriedung des Grundstücks aussehen soll. Manchmal ist ein Zaun sogar vorgeschrieben. Bei uns dagegen wäre ein Zaun „zulässig“, aber nur ein Drahtzaun in Grün oder Anthrazit oder ein Holzlattenzaun in Holzfarbe. Wer nicht so stark eingeschränkt ist, kann aus einer Vielzahl von Materialien wählen.

Als Alternativen zum klassischen Zaun eignen sich beispielweise Gabionen. Betonpflanzringe dagegen sind meistens nicht so hübsch. Niedrige Steinmauern, ein bis zwei Meter tief, die mit Blumen bepflanzt werden, ergeben eine Abgrenzung, die mehr Garten als Zaun ist. Lebendige Weidenzäune sieht man weniger als Einfriedung zur Straße hin, eher in rückwärtigen Gartenteilen. Thujenhecken sind eher out

, gemischte Sträucher- oder Spalierobstreihen sehen da schon netter aus. Mir persönlich gefällt es gut, wenn die Sträucher weit in den Garten rein versetzt sind und an der Straße oder am Gehweg erst einmal eine Reihe Blumen oder Stauden oder eine Art Steingarten kommt. Leider bin ich da erst zu spät draufgekommen. Unsere Sträucher stehen alle etwas zu nah an der Straße und deshalb sind wir ständig am Ästeabschneiden und Aufpassen, dass sie nicht zu weit in die Straße hängen. Wir haben übrigens zwischen den Sträuchern und Blumen noch einige größer Granitbrocken liegen. Aus gutem Grund: Am Anfang ist es immer wieder vorgekommen, dass Autos in unseren Garten gefahren sind, weil die Straße recht zugeparkt war oder die Fahrer auf Höhe unseres Gartens einem entgegenkommenden Auto ausgewichen sind. Seit da Granitbrocken liegen, traut sich aber keiner mehr, unseren Garten als Verbreiterung der Fahrspur zu nutzen.

Entscheidungshilfen

Mit einer Entscheidung für oder gegen einen Zaun legt man sich meist nicht für den Rest seines Lebens fest. Trotzdem sollte man sich mit dem Thema befassen. Erstens: In den Bebauungsplan schauen, was festgelegt ist. Zweitens: Überlegen, ob man einen Zaun a) braucht, b) schön findet und c) sich leisten möchte. Die besten Anregungen für schöne Lösungen rund um die Grundstücksgrenze findet man zum einen bei Spaziergängen durch Wohngebiete, zum anderen in Gartenbüchern und Gartenzeitschriften. Und nur nicht von anderen einreden lassen, dass man dieses oder jenes unbedingt so machen muss – aber das gilt ja für alle Teile der Serie!

Hier geht es zu den weiteren Teilen der Serie „Das kannst du doch nicht machen!“:

Teil 1: Bauen ohne Keller

Teil 2: Bauen am Nordhang

Teil 3: Bauen ohne Rollläden

Teil 4: Bauen ohne Wohnzimmer

Teil 5: Ein Holzhaus bauen

 

Wie Migranten und Studenten zusammen wohnen

Das Projekt „Home not Shelter“

Wenn es um Architektur geht, kommt einem wahrscheinlich nicht gerade als Erstes ein 30 Quadratmeter kleines Zimmer in den Sinn, das sich drei junge Menschen teilen. Aber auch solche Projekte gehören zur Achitektur – und wahrscheinlich sogar zu den wichtigeren Bereichen der Architektur. Den Eindruck hinterließ jedenfalls der Vortrag von Professor Dr. Ralf Pasel von der TU Berlin. Im Rahmen der Vorlesungsreihe „Urbane Lebensräume zwischen Teilhabe und Wertschöpfung“, einer Kooperation der Uni Passau und des Architekturforums Passau, berichtete er unter anderem vom Projekt „Home not Shelter“. Die ersten Teile der Vorlesungsreihe habe ich leider nicht in meinem Terminkalender unterbekommen, aber umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich es zu Professor Dr. Ralf Pasel geschafft habe.

Wo und vor allem wie wohnen Menschen, die wenig Geld haben, aber vielleicht auch geringe Ansprüche? Wie schafft man viel Wohnraum für viele Menschen auf kurze Zeit? Und wie schafft man es vor allem, dass sich die Menschen dort auch wohlfühlen? Das ist eine Frage, die sich momentan vor allem in Hinblick auf die Unterbringung der Flüchtlinge stellt. Aber die Frage stellt sich auch von Jahr zu Jahr neu, wenn Studenten Wohnraum in einer Universitätsstadt suchen. Günstig zu wohnen muss ja nicht zwingend heißen, schlecht zu wohnen – darüber haben sich in dem Projekt Studierende und Mitarbeiter der Jade Hochschule Oldenburg, der TU Wien, der TU München, der TU Berlin und der Universität Hannover Gedanken gemacht.

Migranten und Studenten leben zusammen

Die Idee: Wenn Migranten und Studenten vor den gleichen Problemen bei der Wohnungssuche stehen, dann könnte es hier doch auch eine gemeinsame Lösung geben: Projekte, bei denen man gemeinsam lebt; oder anders gesagt: integrative Wohnlösungen für Migranten und Studierende. Herausgekommen sind zahlreiche spannende Entwürfe. Umgesetzt wurde aber nur einer – und zwar im 10. Bezirk in Wien.

In der ehemaligen Osteuropazentrale von Siemens, einem Bürohaus aus den 1980er Jahren, wurden zwei Etagen nach den Ideen aus dem Projekt „Home not Shelter“ umgebaut und werden jetzt für eine Dauer von fünf Jahren von der Caritas betrieben. 140 Personen, die Hälfte Studenten, die andere Hälfte jugendliche Flüchtlinge, können hier auf Zeit wohnen. Die Büroräume sind effizient und kostengünstig umgebaut worden. Indem zum Teil der aufgeständerte Boden und die abgehängte Decke entfernt wurden, haben die Räume an Höhe gewonnen. Holzkonstruktionen verlegen das Bett auf eine höhere Ebene, darunter ist Platz zum Sitzen, Lernen, Sachen verstauen. Zwei bis drei Personen leben auf 20 bis 40 Quadratemetern. Dass man sich in Österreich als Studienanfänger sein Zimmer teilt, sei durchaus normal, erklärte eine Zuhörerin beim Vortrag – in Deutschland eher undenkbar.

Was die Studenten aus den ehemaligen Bürogebäuden gemacht haben, ist wirklich sehenswert – auch die Ideen zum Thema Gemeinschaftsräume und die Einrichtung einiger Räume mit vorgefertigten Raummodulen. Einen guten Artikel zum Projekt mit vielen Daten gibt es auf den Internetseiten der Deutschen Bauzeitung.

Interessant ist übrigens auch die Charta von „Home not Shelter“, die grundlegende Anforderungen an die Projekte stellt. „Die Entwurfsqualität und der Gestaltungsanspruch an die Architektur machen hochwertiges Design für jeden zugänglich“, heißt es dort abschließend. Ein schöner Gedanke, der sich durchsetzen sollte, damit beim Thema Architektur nicht jeder als Erstes an eine Villa in Bauhausformat denkt.

Jetzt bin ich gespannt auf den letzten Teil der Vorlesungsreihe: Da geht es um „Wendepunkte im WohnBauen“ mit Professor Dr. Thomas Jocher von der Universität Stuttgart. Wenn es so spannend wird wie „Home not Shelter“, lest ihr auch darüber demnächst im Blog!

Das kannst du doch nicht machen! – Teil 5: Ein Holzhaus bauen

Vorgefertigte Wandelemente werden an der Baustelle zusammengefügt.

Ein Haus in Holzständerbauweise ist schnell aufgestellt. Die Innen- und Außenwände werden vorgefertigt. Foto: Karin Polz

Dies ist der fünfte Teil meiner Serie „Das kannst du doch nicht machen!“, und dieser Teil betrifft eine Grundsatzentscheidung, die ich lange vor der Hausplanung getroffen hatte. Wenn bauen, dann mit Holz. Überzeugt haben mich verschiedene Argumente, am meisten aber die Tatsache, dass Holz ein angenehmer, warmer, schöner und nachwachsender Werkstoff ist. Ich mag Holz – das hat es mir leicht gemacht, mein Vorhaben, ein Holzhaus zu bauen, gegen viele Bedenken und Gegenargumente zu verteidigen.

Warum ein Holzhaus?

Den wichtigsten Grund habe ich schon genannt. Aber es gibt auch einige Fakten, die für Holz sprechen:

  • Bauen mit Holz ist nachhaltig. Holz ist ein natürlicher Baustoff. In bayerischen Wäldern wächst mehr Holz nach als geerntet wird. Man kann den Baustoff aus der Region beziehen und damit die Transportwege kurz halten. Mein Haus ist aus heimischem Fichtenholz gebaut, die Fußschwellen sind aus Lärchenholz.
  • Ein Haus aus Holz ist ein Kohlendioxid-Speicher. Während Holz wächst, nimmt es Kohlendioxid auf und bindet es. Ein Kubikmeter Holz bindet 900 Kilogramm Kohlendioxid, sagt die Holzforschung München. Und rechnet vor, dass somit in einem modernen Einfamilien-Holzhaus ungefähr so viel Kohlendioxid gebunden ist, wie emittiert wird, wenn man 40 Jahre lang Auto fährt.
  • Holz sorgt für gutes Klima. Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Und es wird in der Bauphase weniger Wasser ins Haus eingebracht als bei einem Ziegelhaus. Gerade in den ersten Jahren der Nutzung ist es dadurch weniger anfällig für Feuchte- und Lüftungsschäden, bestätigt das Bayerische Institut für nachhaltige Entwicklung.
  • Die Brandgefahr ist nicht höher als bei einem Ziegelhaus, denn Brände gehen meist von der Wohnungseinrichtung aus. Holz brennt äußerst berechenbar, und es entwickelt deutlich weniger giftige Brandgase als andere Baustoffe.
  • Ein Holzhaus wird in der Regel vorgefertigt, die einzelnen Bauteile werden an der Baustelle zusammengefügt. Bei meinem Haus stand nach einem Tag das Erdgeschoss, Obergeschoss und Dach benötigten zwei weitere Tage. Dann ging es schon an den Innenausbau. Ein Holzhaus ist sehr schnell beziehbar – für alle, die zur Miete wohnen, während sie ihr Eigenheim bauen, ist das ein unschlagbarer finanzieller Vorteil.
  • Mit einem Holzhaus haben wir nach damaligem Stand eine weitaus bessere Wärmedämmung erreicht, als es mit einem Ziegelhaus möglich gewesen wäre. Die Dämmung liegt beim Holzhaus in der Wand, hier sind verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel Zellulose, möglich. Das heißt, dass bei gleicher Grundfläche das Holzhaus mehr Wohnfläche bietet, weil die Außenwände dünner geplant werden können. Fünf bis zehn Prozent Wohnflächengewinn errechnet das Bayerische Institut für nachhaltige Entwicklung.

Ist ein Holzhaus billiger?

Das halb fertige Haus am zweiten Tag der Bauphase

Das ist mein Haus am zweiten Tag. Da war bereits das Obergeschoss an der Reihe. Foto: Karin Polz

Es gibt verschiedene Bauweisen, die unter den Begriff „Holzhaus“ fallen. Ein Blockhaus ist anders gebaut als ein Massivholzhaus oder ein Haus in Holzständerbauweise, wie ich es habe. Ich habe damals Angebote für das Haus in Ziegelbauweise und in Holzständerbauweise eingeholt. Da gab es große Preisunterschiede, einige Angebote für Ziegelhäuser waren günstiger als für ein Holzhaus. Rechnet man aber alles mit ein, auch zum Beispiel den höheren Dämmstandard und die kürzere Bauzeit (und damit kürzere Doppelbelastung durch Miete und Baudarlehen), ist der Unterschied verschwindend gering. Das Thema Wiederverkaufswert wird häufig als Gegenargument gegen Holzbau verwendet. Ich bin mir aber sicher, dass es beim Wiederkauf egal ist, ob das Haus aus Ziegel oder Holz ist, solange es in gutem Zustand und ohne Mängel ist und einen niedrigen Energiebedarf aufweist. Für den Wert des Hauses ist sicherlich die Lage wichtiger als die Bauweise.

Und aus architektonischer Sicht?

Musterhaus von Holzbau Sonnleitner mit Holzfassade

Eine Holzfassade kann den Charakter eines Hauses stark prägen und ist damit auf jeden Fall ein wichtiges architektonisches Element, wie hier bei einem Musterhaus von Sonnleitner. Foto: Karin Polz

Unser Plan hätte sich in Ziegel- und Holzbauweise gleichermaßen umsetzen lassen. Die markante Holzdecke in unserem Erdgeschoss ist aber vor allem unserer Entscheidung für die Holzbauweise zu verdanken. Ein Ziegelhaus hätte vielleicht eine Betondecke bekommen – dann wären wir nie auf die Idee mit den weiß lasierten Balken gekommen.

Wer Holz in der Fassadengestaltung schön findet, hat mit einem Holzhaus natürlich vielfältigste Möglichkeiten. Mir gefallen Holzhäuser mit Holzfassade sehr gut – allerdings hat es zu unserer Hausform überhaupt nicht gepasst. Eine Putzfassade lässt sich auch auf Holzwände auftragen: Ein Holzhaus muss nicht auf den ersten Blick als solches erkennbar sein.

Entscheidungshilfen

Ich bin ein absoluter Befürworter von Holzhäusern. Deshalb kann ich hier nicht unparteiisch sein. Ich würde nie mit Ziegel bauen wollen, nachdem ich jahrelang in feuchten Ziegelhäusern gewohnt habe, mit kalten Wänden und mit dauernden Schimmelproblemen. Zu feuchte Luft kenne ich in meinem Haus nicht – manchmal ist es eher zu trocken. Fehlender Schallschutz, der Holzhäusern häufig nachgesagt wird, ist bei meinem Haus kein Problem. Hier entscheidet mehr die Konstruktionsweise als das Baumaterial darüber, wie hellhörig ein Haus ist. Ich jedenfalls finde das Raumklima in meinem Haus sehr behaglich und machen zum großen Teil das Holz dafür verantwortlich. Bauen mit Holz ist meiner Meinung nach eine sehr nachhaltige Möglichkeit, die für Bauherren zudem eine große Sicherheit bietet: Durch die computergesteuerte Vorfertigung der Bauteile sind Präzision und hohe Qualität der Bauteile gewährleistet. Wer sich selbst eine Meinung bilden will, kann natürlich als Alternative zum Internetauftritt des Deutschen Holzfertigbau-Verbands oder des Deutschen Massivholz- und Blockhausverbands zum Beispiel auch beim Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie oder beim InformationsZentrum Beton vorbeischauen.

Hier geht es zu den weiteren Teilen der Serie „Das kannst du doch nicht machen!“:

Teil 1: Bauen ohne Keller

Teil 2: Bauen am Nordhang

Teil 3: Bauen ohne Rollläden

Teil 4: Bauen ohne Wohnzimmer

Teil 6: Bauen ohne Zaun